Bijou Catrin: Eine Geschichte von Glanz und Fall

Die Geschichte hinter Bijou Catrin

Mission und Werte eines Erinnerungswerks, welches demnächst veröffentlicht wird.

Stephan Gerd Gabor Meyer gewährt in seinem Buch einen tiefen Einblick in eine glanzvolle Epoche seiner Familie und reflektiert zugleich die wirtschaftlichen Herausforderungen, die zum Zusammenbruch des Imperiums führten. Es ist eine ehrliche, aufrichtige Erzählung mit Herz und Verstand.

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Ihr Zugang zu einer einzigartigen Zeitreise

Besuchen Sie uns, um mehr über den Autor und die Geschichte der 80er Jahre zu erfahren. Tauchen Sie ein in eine Welt voller Leidenschaft, Drama und wirtschaftlicher Intrigen, die noch heute fasziniert.

Demnächst beim Imperian-Verlag im Shop verfügbar. 

Kapitel 1 – Der schwarze Samt von Neustadt an der Weinstraße (Spätsommer 1981)

Hier erhalten Sie eine kleine Leseprobe:

Der dichte Nebel in der spätsommerlichen Pfalz hing tief über dem Kopfsteinpflaster des Kornmarkts, als Angela den letzten Vorhang zuzog. Draußen roch es nach feuchtem Laub, reifen Weintrauben und der behäbigen Gemütlichkeit, die Neustadt an der Weinstraße seit Jahrzehnten prägte. Drinnen jedoch – hinter den schweren, blickdichten Schaufensterbannern – roch es nach frischer Farbe, Klebstoff und der Zukunft.

„Es ist zu dunkel“, sagte Walter Meyer und trat von der hölzernen Leiter. Er wischte sich den Staub von den Jeans und blickte skeptisch auf die Wände.

Sie hatten Wochen damit verbracht, jeden Zentimeter der alten Mauern mit tiefschwarzem Samt zu verkleiden. Wo vorher die beige Tapete des alten Kolonialwarenladens gewesen war, schluckte nun die Dunkelheit jegliches Tageslicht. Es war ein Wagnis. Im Jahr 1981 strichen deutsche Kaufhäuser ihre Wände weiß oder pastellfarben, um Seriosität auszustrahlen. Ein komplett schwarzer Laden wirkte in den Augen der Neustädter Honoratioren fast wie ein Treffpunkt für eine okkulte Sekte.

„Es ist nicht zu dunkel, Walter. Pass auf“, erwiderte Angela. Sie spürte das Klopfen ihres Herzens bis zum Hals. Das war der Moment, für den sie ihr gesamtes Erspartes und die Ersparnisse von Walter geopfert hatten.

Sie ging zum Sicherungskasten hinter der Kasse und legte den massiven Kippschalter um. Ein leises Summen ging durch den Raum, als die modernen Glaskolben Leuchtstoff-Strahler an den Decke Stromschienen ansprangen. Sie brauchten einen kurzen Moment, um wie alte Dampfkolben auf Touren zu kommen und richtig zu zünden. Angela hatte die Spots exakt an die Wände ausgerichtet. Und plötzlich geschah die Verwandlung:

Der schwarze Samt an den Wänden trat komplett in den Hintergrund. Er wurde zu einer endlosen, nächtlichen Kulisse, auf der die Ware explodierte. An feinen Metalldrähten und Nägeln mit Messingköpfen hingen die neuesten Errungenschaften, die sie über den Großhandel aus Paris, Mailand und natürlich China importiert hatten: übergroße Ohrclips aus glänzendem Acryl, geometrische Armreifen in knalligem Türkis und Pink und lange Gliederketten, Gürtel und Gürtelschnallen in allen Längen und Facetten, die das Licht der Strahler wie Diamanten brachen. In den maßgefertigten Glas- und Spiegelvitrinen in der Mitte des Raumes funkelte der Strass-Schmuck so intensiv, dass es in den Augen wehtat.

„Mein Gott“, flüsterte Walters Frau Angela, die gerade mit einer Kiste voller Haarschmuck aus dem winzigen Lager kam. Sie blieb wie angewurzelt stehen. „Es sieht aus... wie eine Schatztruhe aus einem Märchen.“

 

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